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Daten · Steuern

Steuereinnahmen aus Glücksspiel: Was der Staat einnimmt

Zwei Zahlen kursieren: 2,5 und 7 Milliarden Euro. Beide stimmen – sie messen Verschiedenes. Hier die amtlichen Werte nach Steuerart und was in der größeren Summe steckt.

Kurz gesagt
  • Die Glücksspielsteuern nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz brachten 2023 rund 2,48 Mrd. € – 3,6 % weniger als im Vorjahr, aber 51,5 % mehr als 2013.
  • Die virtuelle Automatensteuer auf Online-Slots sank 2023 um 38,5 % auf 264 Mio. €. Größte Einzelsteuer bleibt die Lotteriesteuer mit 1,77 Mrd. €.
  • Rechnet man Spielbankabgabe, Gewinnablieferungen der Lotterien, Vergnügungs- und Umsatzsteuer hinzu, nahm der Staat 2024 rund 7,0 Mrd. € aus Glücksspiel ein.

Zwei Summen, zwei Abgrenzungen

Das Statistische Bundesamt zählt nur die Steuern nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz: Lotteriesteuer, Sportwettsteuer, virtuelle Automatensteuer, Online-Pokersteuer und Totalisatorsteuer. 2023 waren das rund 2,48 Mrd. €.1 Das DHS-Jahrbuch Sucht rechnet weiter: Es zählt auch Vergnügungs- und Umsatzsteuer, die Spielbankabgabe und die Gewinnablieferungen der Lotterien mit und kommt für 2024 auf rund 7,0 Mrd. € (2023: 6,6 Mrd. €).2 Beide Zahlen sind richtig – man muss nur dazusagen, welche gemeint ist.

AbgrenzungWertJahrQuelle
Steuern nach RennwLottG2,48 Mrd. € Stand 20232023Destatis1
Alle glücksspielbezogenen Staatseinnahmenrund 7,0 Mrd. € Stand 20242024DHS-Jahrbuch Sucht 20262

Die Steuern im Einzelnen (2023)

Steuereinnahmen aus Glücksspiel nach Steuerart 2023Destatis, Zahl der Woche 14.01.2025 · Mio. €
Daten als Tabelle
Kategorie2023 (Mio. €)
Lotteriesteuer1.770
Sportwettsteuer409
Virtuelle Automatensteuer264
Online-Pokersteuer30
  • Lotteriesteuer: rund 1,77 Mrd. € (+5,8 % gegenüber 2022), 71 % der Glücksspielsteuern.1
  • Sportwettsteuer: 409 Mio. € (−5,2 %), mehr als doppelt so viel wie 2013 (189 Mio. €).1
  • Virtuelle Automatensteuer: 264 Mio. € nach 430 Mio. € im Jahr 2022 (−38,5 %).1
  • Online-Pokersteuer: 30 Mio. € nach 33 Mio. € (−7,5 %).1
Virtuelle Automatensteuer und Online-Pokersteuer 2022 und 2023Destatis, Zahl der Woche 14.01.2025 · Mio. €
Daten als Tabelle
KategorieVirtuelle Automatensteuer (Mio. €)Online-Pokersteuer (Mio. €)
202243033
202326430

Die Steuern auf virtuelles Automatenspiel und Online-Poker gibt es seit dem 1. Juli 2021. Beide betragen 5,3 %; Bemessungsgrundlage ist der Spieleinsatz abzüglich der Steuer selbst, effektiv sind es also gut 5,0 % jedes Einsatzes.3 Warum die Automatensteuer die Auszahlungsquoten drückt, steht unter Auszahlungsquoten.

Wem das Geld zusteht

Die Rennwett- und Lotteriesteuer ist eine Ländersteuer. 2023 entfielen 22 % der Einnahmen auf Nordrhein-Westfalen (535 Mio. €), 14 % auf Bayern (350 Mio. €) und 12 % auf Baden-Württemberg (300 Mio. €).1

Langfristige Entwicklung

Glücksspielsteuern nach RennwLottG: 2013 und 2023Destatis, Zahl der Woche 14.01.2025 · Mrd. €
Daten als Tabelle
KategorieGlücksspielsteuern (Mrd. €)
20131,64
20232,48

Für 2024 und 2025 nennt Destatis die Werte je Steuerart in der Datenbank GENESIS-Online (Tabelle 71211-0001).4 Diese Tabelle konnten wir nicht maschinell auslesen; in Medien kursierende Werte für 2024 tragen wir erst ein, wenn wir sie am Original geprüft haben.

Was das für dich heißt

Häufige Fragen

Wie viel Steuern nimmt Deutschland mit Glücksspiel ein?

Die Glücksspielsteuern nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz lagen 2023 bei rund 2,48 Mrd. € (Destatis). Alle glücksspielbezogenen Staatseinnahmen einschließlich Spielbankabgabe und Lotterie-Gewinnablieferungen lagen 2024 laut DHS-Jahrbuch Sucht bei rund 7,0 Mrd. €.

Wie hoch ist die Steuer auf Online-Slots?

5,3 % des Spieleinsatzes; weil die Steuer selbst von der Bemessungsgrundlage abgezogen wird, sind es effektiv gut 5,0 %. Sie wird auf jeden Einsatz fällig, nicht auf den Gewinn des Anbieters.

Warum sank die virtuelle Automatensteuer 2023?

Destatis nennt den Rückgang von 430 auf 264 Mio. €, aber keine Ursache. Die Einsätze bei legalen Anbietern sind seither laut GGL-Marktmonitor wieder gestiegen.

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