Glücksspiel-Survey 2025: Wer spielt – und wer dabei in Probleme gerät
Die größte regelmäßige Bevölkerungsbefragung zum Glücksspiel in Deutschland: 12.340 Interviews, erhoben von August bis November 2025. Die wichtigsten Befunde – und was sie für einzelne Spielformen bedeuten.
- 36,4 % der 16- bis 70-Jährigen haben in den letzten zwölf Monaten um Geld gespielt – meist Lotto. Online-Slots spielten nur 0,7 %.
- 2,2 % der 18- bis 70-Jährigen erfüllen die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung nach DSM-5, weitere 5,5 % zeigen ein riskantes Spielverhalten.
- Unter den Spielenden virtueller Automatenspiele hat fast jede dritte Person (32,5 %) eine Störung – der höchste Wert aller Spielformen.
Der Glücksspiel-Survey wird seit 2021 alle zwei Jahre vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) Hamburg gemeinsam mit der Universität Bremen durchgeführt. Er ist die wichtigste Datenquelle dafür, wie viele Menschen in Deutschland spielen und wie viele dabei Probleme entwickeln. Die Ausgabe 2025 erschien im März 2026.
Wie die Studie gemacht wurde
- Stichprobe: 12.340 vollständige Interviews mit 16- bis 70-Jährigen, davon 8.006 telefonisch und 4.334 online.1
- Zeitraum: 4. August bis 26. November 2025.
- Ausschöpfung: 24,3 % am Telefon, 17,4 % online. Die Daten wurden nach Design, Soziodemografie und Erhebungsform gewichtet.
- Störung: gemessen an den neun Kriterien des DSM-5 (ab vier erfüllten Kriterien in zwölf Monaten).
- Finanzierung: Laut Studie gefördert vom Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB). Das sagt nichts über die Qualität, gehört aber zur Einordnung – der DLTB ist selbst Glücksspielanbieter.
Wie viele Menschen spielen – und was
Erhebung 2025
36,4 % haben im Jahr vor der Befragung mindestens einmal um Geld gespielt1 (Männer 40,4 %, Frauen 32,4 %). Der Anteil steigt mit dem Alter und erreicht bei den 56- bis 70-Jährigen 40,3 %. 16,6 % spielen ausschließlich stationär, 10,8 % ausschließlich online und 8,4 % auf beiden Wegen.
| Spielform (12-Monats-Teilnahme) | Gesamt | Männer | Frauen |
|---|---|---|---|
| Lotto 6aus49 | 18,3 % | 22,2 % | 14,4 % |
| Eurojackpot | 13,8 % | 17,5 % | 10,0 % |
| Rubbellose | 8,4 % | 7,9 % | 8,9 % |
| Aktion Mensch | 7,1 % | 6,6 % | 7,6 % |
| Spiel 77 / Super 6 | 5,8 % | 7,1 % | 4,6 % |
| PS-/Gewinnsparen | 5,6 % | 5,1 % | 6,2 % |
| Sportwetten mit festen Quoten | 2,6 % | 4,6 % | 0,6 % |
| Geldspielautomaten | 2,0 % | 3,0 % | 1,1 % |
| Poker | 1,5 % | 2,6 % | 0,4 % |
| Roulette | 1,2 % | 1,8 % | 0,7 % |
| Sportwetten live | 1,2 % | 2,0 % | 0,3 % |
| Blackjack | 0,9 % | 1,5 % | 0,3 % |
| Online-Automatenspiele | 0,7 % | 1,0 % | 0,4 % |
Daten als Tabelle
| Kategorie | Teilnahme (%) |
|---|---|
| Lotto 6aus49 | 18,3 |
| Eurojackpot | 13,8 |
| Rubbellose | 8,4 |
| Aktion Mensch | 7,1 |
| Spiel 77 / Super 6 | 5,8 |
| Sportwetten (Festquoten) | 2,6 |
| Geldspielautomaten | 2,0 |
| Poker | 1,5 |
| Roulette | 1,2 |
| Sportwetten live | 1,2 |
| Blackjack | 0,9 |
| Online-Automatenspiele | 0,7 |
Quelle: Survey 2025, Tabelle 3 (Auswahl). Auffällig für den Jugendschutz: Obwohl Glücksspiel für Minderjährige verboten ist, gaben unter den 16- bis 17-Jährigen 3,2 % an, im letzten Jahr Blackjack gespielt zu haben, und 2,7 % Poker. Die Fallzahl dieser Altersgruppe ist mit 237 Befragten allerdings klein.
Glücksspielbezogene Störungen
| Befund (18–70 Jahre) | Anteil |
|---|---|
| Glücksspielbezogene Störung nach DSM-5 (4+ Kriterien) | 2,2 % (95 %-KI 1,9–2,5 %)1 |
| davon leicht / mittel / schwer | 0,9 % / 0,6 % / 0,6 % |
| Riskantes Spielverhalten (1–3 Kriterien) | 5,5 % |
| Störung bei Männern / Frauen | 3,2 % / 1,1 % |
Daten als Tabelle
| Kategorie | Anteil (%) |
|---|---|
| riskant (1–3 Kriterien) | 5,5 |
| leicht (4–5) | 0,9 |
| mittel (6–7) | 0,6 |
| schwer (8–9) | 0,6 |
2,2 % klingt wenig. Hochgerechnet auf die Bevölkerung zwischen 18 und 70 sind das aber mehr als eine Million Menschen. Zum Vergleich: In der ambulanten Suchthilfe wurden 2024 nur 4.844 Betreuungen mit der Hauptdiagnose „Pathologisches Spielen“ dokumentiert (DHS-Jahrbuch Sucht 2026).2 Die allermeisten Betroffenen suchen also keine Hilfe – oder finden sie nicht. Mehr dazu auf unserer Seite zu Spielersperren und Suchthilfe.
Das Risiko nach Spielform
Der wichtigste Befund für jede ehrliche Diskussion über Online-Casinos: Wie verbreitet eine Spielform ist und wie riskant sie ist, sind zwei verschiedene Dinge.
| Anteil mit Störung unter den Spielenden von … | Wert |
|---|---|
| Virtuellen Automatenspielen (Online-Slots) | 32,5 % |
| Glücksspielautomaten (Spielbank) | 28,1 % |
| Live-Sportwetten | 27,0 % |
| Geldspielautomaten (Spielhalle) | 23,4 % |
Daten als Tabelle
| Kategorie | Anteil mit Störung (%) |
|---|---|
| Online-Automatenspiele | 32,5 |
| Glücksspielautomaten (Spielbank) | 28,1 |
| Live-Sportwetten | 27,0 |
| Geldspielautomaten (Spielhalle) | 23,4 |
| Eurojackpot | 6,0 |
| Lotto 6aus49 | 5,3 |
Online-Slots spielt also nur etwa jede 140. befragte Person – aber unter diesen erfüllt fast jede dritte die Kriterien einer Störung. Beim Lotto ist es umgekehrt: sehr verbreitet, geringe Problemdichte. Das passt zur Forschung über Risikomerkmale: schnelle Spielfolge, sofortige Auszahlung, ständige Verfügbarkeit und Beinahe-Gewinne erhöhen das Risiko. Wichtig: Der Survey zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen. Menschen mit Problemen können auch gezielt zu schnellen Spielen wechseln.
Neu erhoben: Denkfehler und Daytrading
2025 wurden erstmals kognitive Verzerrungen erhoben – also typische Denkfehler wie der Glaube, nach einer Verlustserie sei ein Gewinn „fällig“. Sie sind laut Survey umso stärker ausgeprägt, je schwerer die Glücksspielproblematik ist. Wie diese Denkfehler funktionieren, erklären wir in Denkfehler beim Spielen.
Ebenfalls neu ist die Frage nach Daytrading, also kurzfristigem Handel mit Finanzprodukten innerhalb eines Tages. Der Survey zählt es nicht zum Glücksspiel, erfasst es aber wegen ähnlicher Muster mit.
Was die Bevölkerung vom Spielerschutz hält
Die Zustimmung zu Schutzmaßnahmen ist hoch: 91,9 % finden, dass Glücksspiel um Geld erst ab 18 erlaubt sein sollte. 88,5 % befürworten Aufklärung über Suchtgefahren, 81,1 % Suchtwarnhinweise und 78,3 % Einschränkungen der Glücksspielwerbung.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen sind in Deutschland spielsüchtig?
Laut Glücksspiel-Survey 2025 erfüllen 2,2 % der 18- bis 70-Jährigen die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung nach DSM-5, weitere 5,5 % spielen riskant. Hochgerechnet sind das über eine Million Menschen mit Störung.
Welches Glücksspiel macht am ehesten süchtig?
Den höchsten Anteil an Personen mit Störung findet der Survey 2025 unter Spielenden virtueller Automatenspiele (32,5 %), gefolgt von Glücksspielautomaten (28,1 %), Live-Sportwetten (27,0 %) und Geldspielautomaten (23,4 %).
Wie viele Deutsche spielen Glücksspiele?
36,4 % der 16- bis 70-Jährigen haben in den zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal um Geld gespielt, am häufigsten Lotto 6aus49 (18,3 %).
Wer hat den Glücksspiel-Survey gemacht?
Das ISD Hamburg zusammen mit der Universität Bremen; gefördert wurde die Ausgabe 2025 laut Studie vom Deutschen Lotto- und Totoblock.