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Daten · International

Deutschland im Vergleich: Was andere Länder anders machen

Wie hoch dürfen Einsätze sein, wie viel Glücksspiel läuft legal, wie viele Menschen haben Probleme? Behördenzahlen aus vier Ländern – und warum man sie nur vorsichtig nebeneinanderstellen darf.

Kurz gesagt
  • Großbritannien begrenzt Einsätze an Online-Slots seit 2025 auf £5 (ab 25 Jahren) und £2 (18–24 Jahre). Deutschland erlaubt 1 €, seit Juli 2026 unter Auflagen 3 € oder 5 €.
  • Schweden schätzt die Kanalisierung des wettbewerblichen Marktes 2025 auf 84 %, die Niederlande sehen beim Bruttospielertrag online nur noch 49 % legal – bei 94 % der Spielenden, die ausschließlich legal spielen.
  • Problemspiel-Quoten sind kaum vergleichbar: Großbritannien misst mit dem PGSI (2,4 % mit Wert 8+), Deutschland nach DSM-5 (2,2 % mit Störung).

Einsatzlimits für Online-Slots

LandHöchsteinsatz je Spielseit
Deutschland1 €; unter Auflagen 3 € (ab 21 J.) bzw. 5 € (nach 90 Tagen Monitoring)01.07.2021 bzw. 01.07.20267
Großbritannien£5 ab 25 Jahren, £2 für 18- bis 24-Jährige09.04.2025 bzw. 21.05.20252

In Großbritannien gelten die Limits nur für Online-Slots, nicht für Roulette oder Blackjack.2 Für Schweden und die Niederlande haben wir keine vergleichbaren Einsatzgrenzen am Original geprüft und lassen sie deshalb weg. Hintergrund zur deutschen Regel: Einsatzlimit 1, 3 oder 5 Euro.

Wie viel Glücksspiel läuft legal?

Kanalisierung im Vergleich – nach der Messweise des jeweiligen LandesBehördenangaben; Methoden und Bezugsgrößen unterschiedlich, siehe Tabelle
Daten als Tabelle
KategorieAnteil legal (%)
Schweden: Online-Casino (Einsätze, kombiniert)81
Schweden: wettbewerblicher Markt84
Deutschland: Online (Befragung)77
Niederlande: Bruttospielertrag online49
Niederlande: Spielende (nur legal)94
LandWertBezugMethode
Deutschland77 % 2024Online-GlücksspielBefragung von rund 2.000 Spielenden6
Schweden84 % (2024: 85 %) 2025wettbewerblicher Markt; Online-Casino 81 %, Wetten 96 %Spielerbefragung kombiniert mit Internetverkehrs-Messung4
Niederlande49 % (Ende 2024: 51 %) H1 2025Bruttospielertrag onlineMarktscan der KSA3
Niederlanderund 94 % 2025Spielende, die ausschließlich legal spielenKSA3

Wie viele Menschen haben Probleme?

LandWertInstrumentErhebung
Deutschland2,2 % glücksspielbezogene Störung, 5,5 % riskantDSM-5 (9 Kriterien, ab 4)Glücksspiel-Survey 2025, 18–70 J., Telefon + online5
Großbritannien2,4 % PGSI 8+; 3,5 % PGSI 3–7; 7,8 % PGSI 1–2PGSI (9 Fragen, 0–27 Punkte)GSGB 2025, ab 18 J., n = 20.775, Push-to-Web1

Die beiden Werte sehen ähnlich aus, messen aber Verschiedenes: Das DSM-5 fragt klinische Kriterien einer Störung ab, der PGSI ist ein Screening auf problematisches Spielverhalten mit eigener Schwelle. Die britische Behörde weist zudem darauf hin, dass ihre Push-to-Web-Ergebnisse nicht direkt mit früheren oder anderen Gesundheitsbefragungen vergleichbar sind.1 Ein Ranking „wer hat weniger Spielsucht“ lässt sich daraus nicht ableiten.

Was sich daraus lernen lässt

  • Großbritannien differenziert Einsatzlimits nach Alter; Deutschland knüpft höhere Limits an Alter (21+) und eine Beobachtungszeit.
  • Schweden veröffentlicht eine nachvollziehbare Methodik mit mehreren Indikatoren – ein Vorbild für die deutsche Schwarzmarktdebatte.
  • Die Niederlande zeigen, dass „fast alle spielen legal“ und „die Hälfte des Geldes geht in den Schwarzmarkt“ gleichzeitig stimmen kann.

Was das für dich heißt

Häufige Fragen

Welches Einsatzlimit gilt in Großbritannien für Online-Slots?

£5 pro Spiel für Erwachsene ab 25 Jahren (seit 9. April 2025) und £2 für 18- bis 24-Jährige (seit 21. Mai 2025), laut UK Gambling Commission.

Wie hoch ist die Kanalisierung in Schweden?

Spelinspektionen schätzt sie für den wettbewerblichen Markt 2025 auf 84 % (2024: 85 %), für Online-Casino auf 81 %.

Kann man Spielsucht-Quoten zwischen Ländern vergleichen?

Nur eingeschränkt. Deutschland misst nach DSM-5, Großbritannien mit dem PGSI; Methoden, Altersgruppen und Erhebungswege unterscheiden sich.

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