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Roulette

Roulette-Regeln und Quoten: Jede Wette, jede Auszahlung, jede ehrliche Zahl

Roulette-Regeln verständlich: alle Wetten mit Auszahlung, Trefferchance (europäisch/amerikanisch) und Hausvorteil – plus Annoncen und La Partage.

Kurz gesagt
  • Beim europäischen Roulette verliert jede Wette im Schnitt 2,70 % des Einsatzes – egal ob Plein oder Rot.
  • Amerikanisches Roulette kostet mit der Doppelnull fast doppelt so viel: 5,26 %, die Fünf-Zahlen-Wette sogar 7,89 %.
  • Die beste Wahl ist eine einfache Chance mit La-Partage-Regel: nur 1,35 % Hausvorteil.

Roulette wirkt wie ein Spiel mit Hunderten Möglichkeiten. In Wahrheit ist es eines der ehrlichsten Spiele im Casino: Fast jede Wette kostet dich auf lange Sicht exakt gleich viel. Hier steht, wie es funktioniert, was jede Wette auszahlt – und wo das Haus seinen Anteil einbehält.

So läuft eine Runde ab

Eine Roulette-Runde hat immer denselben Rhythmus, am echten Tisch wie im Live-Stream:

  1. Setzen. Der Croupier eröffnet mit „Faites vos jeux" (Machen Sie Ihr Spiel). Du legst deine Jetons auf das Tableau, also das Wettfeld mit den Zahlen 0 bis 36.
  2. Drehen. Der Kessel dreht sich in eine Richtung, die Kugel wird in die Gegenrichtung geworfen. Du darfst noch setzen, während die Kugel läuft.
  3. Schluss. Mit „Rien ne va plus" (Nichts geht mehr) ist das Setzen beendet. Online sperrt das System das Tableau automatisch.
  4. Auswerten. Die Kugel fällt in ein Fach. Verlorene Einsätze werden abgeräumt, Gewinne ausgezahlt. Deine Gewinnwette bleibt in der Regel liegen, bis du sie selbst wegnimmst.

Jeder Tisch hat einen Mindest- und einen Höchsteinsatz. Wichtig: Diese Limits gelten oft getrennt für Innenwetten (einzelne Zahlen) und Außenwetten (Rot, Dutzend …). Das klingt nach Kleinkram, wird aber bei Einsatzsystemen zur harten Grenze – mehr dazu in unserem Artikel über Martingale und andere Systeme.

Die Null: das ganze Geheimnis

Ein europäischer Kessel hat 37 Fächer: die Zahlen 1 bis 36 (je 18 rot und schwarz) und die grüne 0. Die Auszahlungen sind aber so berechnet, als gäbe es nur 36 Fächer. Genau diese Lücke ist der Hausvorteil – der Anteil jedes Einsatzes, den das Casino im Durchschnitt behält.

Beim amerikanischen Roulette kommt eine Doppelnull (00) dazu. 38 Fächer, gleiche Auszahlungen – das Haus behält damit 2/38 = 5,26 %. Welche Kesselvarianten es sonst gibt, zeigen wir im Überblick zu Roulette-Varianten und Kesseln.

Hausvorteil je Kessel und WetteProzent des Einsatzes, den die Bank im Mittel behält
Daten als Tabelle
Hausvorteil
Französisch, einfache Chancen (La Partage)1,35
Europäisch, alle Wetten2,7
Amerikanisch, alle Wetten5,26
Amerikanisch, Fünferwette7,89

Eigene Rechnung: 1/37, 1/74, 2/38, 3/38.

Innenwetten: auf Zahlen und kleine Gruppen

Innenwetten liegen direkt auf dem Zahlenfeld. Sie treffen selten, zahlen dafür viel.

  • Plein (Straight Up): eine einzelne Zahl, inklusive 0.
  • Cheval (Split): zwei benachbarte Zahlen, Jeton auf der Trennlinie.
  • Transversale plein (Street): eine Dreierreihe, etwa 7-8-9.
  • Trio: 0-1-2 oder 0-2-3.
  • Carré (Corner): vier Zahlen, die sich an einer Ecke treffen, etwa 17-18-20-21.
  • Les quatre premiers: 0-1-2-3 (nur Single-Zero-Tische).
  • Transversale simple (Six Line): zwei benachbarte Dreierreihen, also sechs Zahlen.
  • Fünf-Zahlen-Wette (Basket/Top Line): 0-00-1-2-3, nur am amerikanischen Tisch.

Außenwetten: große Gruppen, kleine Auszahlung

Außenwetten liegen am Rand des Tableaus und decken 12 oder 18 Zahlen ab.

  • Dutzend: 1–12, 13–24 oder 25–36 (franz. Douzaine).
  • Kolonne: eine der drei senkrechten Zwölferreihen.
  • Einfache Chancen: Rot/Schwarz (Rouge/Noir), Gerade/Ungerade (Pair/Impair), 1–18/19–36 (Manque/Passe).

Die Null gehört zu keiner Außenwette. Fällt sie, verlieren Dutzend, Kolonne und einfache Chancen – es sei denn, eine Sonderregel greift (siehe unten).

Die große Tabelle: alle Wetten mit Quote, Chance und Hausvorteil

Das ist das Herz dieses Ratgebers. Die Trefferwahrscheinlichkeit steht jeweils für den europäischen Kessel (37 Fächer) und den amerikanischen (38 Fächer).

WetteZahlenAuszahlungTreffer EUTreffer USHausvorteil EUHausvorteil US
Plein135:12,70 %2,63 %2,70 %5,26 %
Cheval217:15,41 %5,26 %2,70 %5,26 %
Transversale plein / Trio311:18,11 %7,89 %2,70 %5,26 %
Carré / Les quatre premiers48:110,81 %10,53 %2,70 %5,26 %
Fünf-Zahlen-Wette (0-00-1-2-3)56:1–13,16 %–7,89 %
Transversale simple65:116,22 %15,79 %2,70 %5,26 %
Dutzend / Kolonne122:132,43 %31,58 %2,70 %5,26 %
Einfache Chance181:148,65 %47,37 %2,70 % (1,35 % mit La Partage)5,26 %

Zwei Dinge springen ins Auge. Erstens: Am europäischen Tisch ist der Hausvorteil für jede Wette identisch. Ob du auf eine Zahl setzt oder auf Rot, du zahlst langfristig denselben Preis. Unterschiedlich ist nur, wie stark dein Kontostand schwankt. Zweitens: Die Fünf-Zahlen-Wette am amerikanischen Tisch ist die teuerste Wette im ganzen Spiel.

Interaktiv: Was kostet welche Wette?

Stell Kessel, Einsatz und Tempo ein. Die Tabelle zeigt für jede Wette Trefferchance, Auszahlung und erwarteten Verlust pro Stunde. Tippe eine Wette an, um zu sehen, wie stark eine Stunde schwanken kann.

Der Rechner braucht JavaScript. Die Werte stehen auch in der Tabelle oben.

So rechnest du RTP und Hausvorteil selbst aus

Der RTP (Return to Player, Auszahlungsquote) ist das Gegenstück zum Hausvorteil: der Anteil der Einsätze, der im Schnitt an die Spielenden zurückfließt. Die Formel ist simpel:

RTP = (Auszahlung + 1) × Trefferwahrscheinlichkeit

  • Kolonne, europäisch: (2 + 1) × 12/37 = 36/37 = 97,30 % RTP → 2,70 % Hausvorteil.
  • Kolonne, amerikanisch: 3 × 12/38 = 36/38 = 94,74 % RTP → 5,26 % Hausvorteil.
  • Fünf-Zahlen-Wette: 7 × 5/38 = 35/38 = 92,11 % RTP → 7,89 % Hausvorteil.

Wichtig: Der RTP ist ein Durchschnitt über sehr viele Runden. In einer einzelnen Session kannst du weit darüber oder darunter liegen. Wie groß diese Schwankung (die Varianz) ist, erklärt unser Grundlagenartikel zu RTP und Varianz.

Was kostet eine Stunde Roulette?

Der Hausvorteil wird erst greifbar, wenn du ihn auf deinen Umsatz anwendest. Angenommen, du spielst europäisches Roulette, setzt 10 € pro Runde und schaffst 50 Runden pro Stunde:

  • Umsatz: 10 € × 50 = 500 € pro Stunde
  • Erwarteter Verlust: 500 € × 2,70 % = 13,50 € pro Stunde
  • Am amerikanischen Tisch: 500 € × 5,26 % = 26,30 € pro Stunde

Das ist der Preis für die Unterhaltung, nicht ein Pech-Wert. Mit dem Verlust-Rechner kannst du deine eigenen Zahlen einsetzen.

Sonderregeln: La Partage und En Prison

An französischen Tischen (und manchen europäischen) gibt es zwei Regeln, die nur für einfache Chancen gelten, wenn die 0 fällt:

  • La Partage: Du bekommst die Hälfte deines Einsatzes sofort zurück.
  • En Prison: Dein Einsatz wird „eingesperrt". Gewinnt er in der nächsten Runde, bekommst du ihn ohne Gewinn zurück; verliert er, ist er weg.

Beide Regeln halbieren den Hausvorteil auf einfachen Chancen auf 1,35 %. Rechnung für La Partage: Auf 37 Runden à 1 € verlierst du bei der Null nur 0,50 € statt 1 €. Der erwartete Verlust sinkt von 1/37 auf 0,5/37 pro Euro.

Annoncen: Wetten auf Kesselsektoren

Annoncen (angesagte Wetten) setzen nicht auf Tableau-Felder, sondern auf Bereiche im Kessel. Online findest du sie auf der ovalen „Racetrack" neben dem Tableau. Die vier klassischen Annoncen des französischen Spiels:

AnnonceAbgedeckte ZahlenStücke (Jetons)Aufbau
Voisins du Zéro17 (rund um die 0)9Trio 0-2-3 (2 Stücke), Carré 25-29 (2 Stücke), 5 Chevaux
Tiers du Cylindre12 (gegenüber der 0)66 Chevaux
Orphelins8 (die „Waisen")51 Plein, 4 Chevaux
Jeu Zéro7 (enger Bereich um die 0)43 Chevaux, 1 Plein (26)

Dazu kommen Nachbarwetten (eine Zahl plus je zwei Nachbarn im Kessel, also 5 Stücke) und Finales (alle Zahlen mit derselben Endziffer, z. B. 4, 14, 24, 34).

Klingt raffiniert, ändert aber nichts an der Mathematik: Jede Annonce besteht aus normalen Plein-, Cheval- oder Carré-Wetten. Der Hausvorteil bleibt bei 2,70 %. Die Kugel weiß nicht, ob du sie „angesagt" hast.

Etikette am Tisch und im Live-Stream

Ein paar Regeln, die dir Ärger ersparen:

  • Nach „Rien ne va plus" nichts mehr anfassen – auch keine Gewinnjetons aufheben, bevor der Croupier ausgezahlt hat.
  • Am echten Tisch tauschst du Bargeld gegen Jetons, indem du es auf den Tisch legst, nicht in die Hand des Croupiers.
  • Im Live-Casino gilt: Der Chat ist für freundliche Kommunikation da, nicht für Beschwerden über „heiße" oder „kalte" Kessel.
  • Trinkgeld (franz. „pour le personnel") ist üblich, aber freiwillig.

Roulette online in Deutschland: was erlaubt ist

Hier wird es komplizierter als bei Spielautomaten. Die bundesweite Erlaubnis der GGL deckt virtuelle Automatenspiele ab – nicht automatisch Online-Roulette. Online-Casinospiele wie Roulette, Blackjack oder Live-Casino regeln die Bundesländer selbst (§ 22c GlüStV): Sie können sie staatlich bzw. über eine öffentlich beherrschte Gesellschaft veranstalten oder eine begrenzte Zahl von Konzessionen vergeben. Eine bundesweite Lizenz gibt es dafür nicht. Legal gibt es Online-Roulette bislang belegbar nur in Bayern (staatliches Angebot, seit April 2024) und Schleswig-Holstein (vier konzessionierte Anbieter, seit September 2024), jeweils nur für Spielende aus dem Land. In Bayern betreibt die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung das Angebot, unter anderem mit Live-Automatenroulette und virtuellem Roulette.

Fazit: Welche Wette solltest du wählen?

Wenn du Roulette spielst, triffst du genau zwei Entscheidungen, die wirklich zählen:

  1. Der Tisch. Französisch mit La Partage (1,35 % auf einfache Chancen) vor europäisch (2,70 %) vor amerikanisch (5,26 %). Diese Wahl spart dir mehr Geld als jede Strategie.
  2. Die Schwankung. Pleins bringen seltene, große Treffer; einfache Chancen bringen einen ruhigen Verlauf. Beides kostet dasselbe – du wählst nur, wie sich der Abend anfühlt.

Welche Einsatzsysteme wie wirken (und was sie nicht können), haben wir im Überblick zu Roulette-Strategien zusammengetragen. Und wenn du merkst, dass aus Unterhaltung Druck wird: Unter Spielerschutz findest du Limits, Pausen und Hilfe.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Auszahlung bei Roulette auf eine Zahl?

Eine Zahl (Plein) zahlt 35:1. Du bekommst also deinen Einsatz zurück plus das 35-Fache. Die Trefferchance liegt beim europäischen Roulette bei 1 zu 37 (2,70 %).

Welche Roulette-Wette hat die besten Chancen?

Die höchste Trefferwahrscheinlichkeit haben die einfachen Chancen wie Rot/Schwarz mit 48,65 % (europäisch). Den niedrigsten Hausvorteil haben sie aber nur, wenn La Partage oder En Prison gilt: dann 1,35 % statt 2,70 %.

Was passiert bei Roulette, wenn die Null kommt?

Alle Außenwetten wie Rot, Gerade oder Dutzend verlieren. Gilt La Partage, bekommst du bei einfachen Chancen die Hälfte des Einsatzes zurück. Wer direkt auf die 0 gesetzt hat, gewinnt 35:1.

Ist amerikanisches oder europäisches Roulette besser?

Europäisches. Es hat nur eine Null und damit 2,70 % Hausvorteil. Amerikanisches Roulette hat zusätzlich die Doppelnull und kommt auf 5,26 %.

Was bedeutet 35:1 beim Roulette?

Für jeden Euro Einsatz bekommst du bei einem Treffer 35 Euro Gewinn und deinen Euro zurück, insgesamt also 36 Euro.

Was sind Annoncen beim Roulette?

Angesagte Wetten auf Kesselsektoren, etwa Voisins du Zéro (17 Zahlen rund um die Null) oder Tiers du Cylindre (12 Zahlen gegenüber). Sie bestehen aus normalen Einzelwetten und haben deshalb denselben Hausvorteil von 2,70 %.

Spielerschutz · gleichrangig, nicht im Kleingedruckten

Wenn aus Spiel Druck wird, ist Reden der erste Gewinn.

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Beratungstelefon des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – bundesweit, kostenfrei, anonym. Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr.