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Recht · Grundlagen

Ist Online-Casino in Deutschland legal? Was erlaubt ist und was nicht

Ja, aber nicht alles und nicht überall. Wir trennen sauber zwischen Slots, Poker, Roulette und Live-Casino, nennen die amtlichen Zahlen und zeigen, wie du in einer Minute prüfst, ob ein Anbieter erlaubt ist.

Kurz gesagt
  • Seit dem 01.07.2021 sind virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) und Online-Poker legal, aber nur bei Anbietern mit Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).1
  • Online-Roulette, -Blackjack und Live-Casino regeln die Länder selbst. 2025 bot laut GGL nur Bayern solche Spiele legal an, und nur für Menschen in Bayern.2
  • Ob ein Anbieter erlaubt ist, zeigt allein die amtliche Whitelist der GGL. Ende 2025 standen dort 135 Veranstalter und Vermittler mit 232 Internetseiten.2

„Ist Online-Casino legal?“ ist eine der häufigsten Fragen zum Glücksspiel in Deutschland, und die Antworten im Netz widersprechen sich. Das liegt daran, dass „Online-Casino“ mehrere, rechtlich ganz unterschiedlich geregelte Spielformen umfasst. Hier ist die Lage, sortiert nach Spielform und mit Fundstelle.

Die kurze Antwort nach Spielform

SpielformLegal online?Wer erlaubt?Rechtsgrundlage
Virtuelle Automatenspiele (Online-Slots)Ja, mit ErlaubnisGGL, bundesweit§ 4 Abs. 4, § 22a GlüStV 2021
Online-PokerJa, mit ErlaubnisGGL, bundesweit§ 22b GlüStV 2021
Online-Casinospiele: Roulette, Blackjack, Baccara, Live-CasinoNur wo ein Land es anbietet oder konzessioniertdas jeweilige Land, nur für sein Gebiet§ 22c GlüStV 2021
SportwettenJa, mit ErlaubnisGGL, bundesweit§ 21 GlüStV 2021
Lotto, Eurojackpot, LotterienJaLandeslotteriegesellschaften und erlaubte VermittlerGlüStV 2021

Wichtig: Roulette, Blackjack oder Baccara als Automatenspiel sind ausdrücklich verboten (§ 22a Abs. 2 GlüStV).1 Ein „Slot-Anbieter“ mit GGL-Erlaubnis darf also keine Tischspiele anbieten. Wer in Deutschland bundesweit „Live-Roulette“ bewirbt, hat dafür keine deutsche Erlaubnis.

Roulette, Blackjack und Live-Casino: die Bundesländer

Für Online-Casinospiele mit Bankhalter sieht der Staatsvertrag ein Ländermodell vor. Jedes Land kann sie für sein eigenes Gebiet selbst veranstalten oder Konzessionen vergeben, höchstens so viele, wie es Spielbankkonzessionen gibt (§ 22c GlüStV).1 Stand 11/2026

LandStandQuelle
BayernStaatliches Angebot seit Frühjahr 2024 (spielbanken-bayern-online.de) mit Live-Roulette und virtuellen Tischspielen, nur für Spielende in BayernSLSV Bayern (16.04.2024)4; GGL-Tätigkeitsbericht 20252
Schleswig-HolsteinVier Veranstalter mit Erlaubnis. Laut GGL hatten sie 2025 den Vertrieb noch nicht aufgenommen. Fachmedien berichten von einem Start einzelner Angebote 2026, den wir noch nicht amtlich bestätigen konnten.GGL-Tätigkeitsbericht 2025, S. 562
Alle anderen LänderKein legales Online-Casino-Angebot bekannt (Stand November 2026). In einigen Ländern gibt es eine gesetzliche Grundlage, aber noch kein Angebot.GGL-Tätigkeitsbericht 2025; Fachpresse

Wie klein dieses Segment ist, zeigen die Zahlen: Online-Casinospiele kamen 2025 auf rund 2 Mio. € Bruttospielertrag, das sind 0,01 % des erlaubten Marktes.2 Zum Vergleich: Virtuelle Automatenspiele und Online-Poker zusammen erreichten 0,6 Mrd. €.

Die Regeln für legale Online-Slots

Wer bei einem Anbieter mit GGL-Erlaubnis spielt, spielt unter Schutzregeln, die es bei Anbietern ohne Erlaubnis nicht gibt:

  • Einsatz: grundsätzlich höchstens 1 € pro Spiel; seit 01.07.2026 unter Bedingungen bis 3 € oder 5 € (Details).
  • Tempo: Ein Spiel dauert im Durchschnitt mindestens fünf Sekunden, kein Autoplay, nur ein Spiel gleichzeitig.
  • Kein Jackpot: Einsätze dürfen nicht für spätere Gewinne angesammelt werden (§ 22a Abs. 8).
  • Einzahlungslimit: grundsätzlich 1.000 € im Monat, anbieterübergreifend über die zentrale Limitdatei LUGAS (§ 6c). Die Erlaubnis kann im Einzelfall Abweichungen zulassen.
  • Kein Parallelspiel: Eine Aktivitätsdatei verhindert, dass du gleichzeitig bei mehreren Anbietern spielst (§ 6h).
  • Sperre: Anbindung an das bundesweite Sperrsystem OASIS. Selbstsperre mindestens drei Monate, im Regelfall ein Jahr (§ 8a).1 Dazu ein Panikbutton für eine sofortige 24-Stunden-Sperre.
  • Transparenz: Die durchschnittliche Auszahlungsquote und die Wahrscheinlichkeit des Höchstgewinns müssen dort angezeigt werden, wo du den Einsatz tätigst (§ 22a Abs. 3).

Einen gesetzlichen Mindestwert für die Auszahlungsquote gibt es im Staatsvertrag nicht, auch wenn manche Seiten das behaupten. Die tatsächlich gemessene Quote lag 2025 bei 88,1 %2 (alle Werte).

Wie viele legale Anbieter gibt es?

KennzahlWertStand
Whitelist gesamt: Veranstalter und Vermittler13531.12.2025
Whitelist gesamt: Internetseiten23231.12.2025
Virtuelle Automatenspiele: Veranstalter / Internetseiten auf der Whitelist37 / 10731.12.2025
Virtuelle Automatenspiele: Erlaubnisinhaber im Jahr 202540, davon 37 aktiv mit 82 aktiven Internetseiten2025
Online-Poker: Veranstalter / Internetseiten5 / 731.12.2025
Sportwetten: Veranstalter / Internetseiten28 / 3131.12.2025
Whitelist nach Glücksspielart: Veranstalter und InternetseitenGGL-Tätigkeitsbericht 2025, PDF-Seite 15 · Stand 31.12.2025
Daten als Tabelle
KategorieVeranstalter/VermittlerInternetseiten
Virtuelle Automatenspiele37107
Sportwetten2831
Online-Poker57
Pferdewetten im Internet57
Weniger gefährliche Glücksspielarten (u. a. Lotterien)6080

Die Whitelist wird laufend aktualisiert. Für eine konkrete Entscheidung zählt immer die aktuelle amtliche Liste, nicht eine Zahl von irgendeiner Website, auch nicht von unserer.

So prüfst du einen Anbieter in einer Minute

  1. Öffne die Whitelist der GGL.
  2. Suche nach der genauen Domain, auf der du spielen willst. Ähnlich klingende Domains oder „.com“-Varianten sind nicht automatisch erlaubt.
  3. Prüfe die Glücksspielart: Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt keine Slots ab.
  4. Kein Treffer? Dann ist das Angebot in Deutschland nicht erlaubt, egal was auf der Seite über „EU-Lizenz“ oder „Malta“ steht.

Eine Übersicht mit Erklärungen findest du auf unserer Seite zur GGL-Whitelist.

Ist Spielen bei illegalen Anbietern strafbar?

Ja, grundsätzlich. Wer unerlaubtes Glücksspiel veranstaltet oder dafür wirbt, macht sich nach § 284 StGB strafbar. Wer sich daran beteiligt, also spielt, nach § 285 StGB (Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe).5 Wie oft Spielende tatsächlich verfolgt werden, ist nicht öffentlich dokumentiert. In Rückforderungsverfahren spielt die Frage, ob Spielende das Verbot kannten, eine wichtige Rolle (siehe Rechtsprechung).

Das größere Risiko ist meist ein anderes: Bei Anbietern ohne Erlaubnis gibt es kein Einzahlungslimit, keine OASIS-Sperre und keine deutsche Aufsicht, an die du dich wenden kannst. Wenn dort Gewinne einbehalten werden, stehst du allein da.

Häufige Fragen

Sind Online-Casinos in Deutschland legal?

Teilweise. Online-Slots (virtuelle Automatenspiele) und Online-Poker sind seit dem 01.07.2021 legal, aber nur bei Anbietern mit Erlaubnis der GGL. Online-Roulette, Blackjack und Live-Casino sind Ländersache; 2025 gab es laut GGL nur in Bayern ein legales Angebot.

Ist Online-Roulette in Deutschland erlaubt?

Nur dort, wo ein Bundesland es selbst anbietet oder konzessioniert hat, und nur für Spielende in diesem Land. 2025 war das laut GGL nur Bayern. Schleswig-Holstein hat vier Veranstaltern Erlaubnisse erteilt, die den Vertrieb 2025 noch nicht aufgenommen hatten.

Woran erkenne ich ein legales Online-Casino?

Allein an der amtlichen Whitelist der GGL. Suche dort nach der genauen Domain und prüfe, ob die Erlaubnis die Glücksspielart umfasst. Angaben wie „EU-Lizenz“ oder „Malta-Lizenz“ bedeuten keine deutsche Erlaubnis.

Gibt es eine gesetzliche Mindest-Auszahlungsquote?

Nein, der Glücksspielstaatsvertrag schreibt keine Mindestquote vor. Er verpflichtet die Anbieter aber, die durchschnittliche Auszahlungsquote je Spiel anzuzeigen. Gemessen lag sie 2025 bei 88,1 %.

Mache ich mich strafbar, wenn ich bei einem illegalen Casino spiele?

Grundsätzlich kann das nach § 285 StGB strafbar sein. Wie häufig verfolgt wird, ist nicht öffentlich dokumentiert. Unabhängig davon fehlen dort sämtliche deutschen Schutzregeln.

Spielerschutz · gleichrangig, nicht im Kleingedruckten

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