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Baccarat

Baccarat für Einsteiger: das einfachste Spiel im Casino – mit der teuersten Falle

Baccarat einfach erklärt: Bank, Spieler oder Unentschieden, Kartenwerte, Provision und Hausvorteil – plus warum dich die Tie-Wette 14 % kostet.

Kurz gesagt
  • Beim Baccarat triffst du nur eine Entscheidung: Bank, Spieler oder Unentschieden. Alles andere regeln feste Ziehregeln.
  • Die Bank-Wette hat mit 1,06 % den niedrigsten Hausvorteil, die Spieler-Wette 1,24 % – die Unentschieden-Wette (8:1) dagegen 14,36 %.
  • Kein System und keine Mustertafel ändert diese Zahlen. Das Tempo bestimmt, wie teuer ein Abend wird.

Baccarat sieht nach Smoking und Hochglanz aus, ist aber das wohl einfachste Kartenspiel im Casino. Du musst keine Strategie lernen, keine Karten zählen und keine Entscheidung während der Runde treffen. Was du wissen solltest, sind drei Zahlen – und eine davon ist eine Falle.

Worum es geht

Am Tisch werden zwei Hände ausgeteilt: die Bank (Banker, Banco) und der Spieler (Player, Punto). Wichtig: Diese Namen haben nichts mit dir oder dem Casino zu tun. Du kannst auf jede der beiden Hände setzen, egal wo du sitzt.

Vor dem Austeilen wählst du eine von drei Hauptwetten:

  • Bank gewinnt
  • Spieler gewinnt
  • Unentschieden (Tie)

Dann laufen Karten und Ziehregeln automatisch ab. Es gewinnt die Hand, die näher an 9 Punkte herankommt. Mehr Mitbestimmung gibt es in der verbreitetsten Variante, Punto Banco, nicht.

Kartenwerte: Nur die letzte Ziffer zählt

KartePunkte
Ass1
2 bis 9Augenwert
10, Bube, Dame, König0

Liegt die Summe bei 10 oder mehr, fällt die Zehnerstelle weg. 7 + 8 = 15 zählt also als 5. König + 9 ist 9. 6 + 4 ist 0 – die schlechteste Hand überhaupt. Über 9 kann eine Baccarat-Hand nie liegen, „überkaufen" gibt es nicht.

Hat eine Hand mit den ersten zwei Karten 8 oder 9, heißt das Natural. Dann wird sofort aufgedeckt, niemand zieht mehr.

Die Ziehregeln in Kurzform

Ob eine dritte Karte gezogen wird, legen feste Regeln fest:

  • Spieler-Hand: zieht bei 0 bis 5, bleibt bei 6 oder 7 stehen.
  • Bank-Hand: Zog der Spieler keine Karte, gilt dieselbe Regel (0–5 ziehen, 6–7 stehen). Zog der Spieler eine dritte Karte, hängt die Bank-Entscheidung von ihrer Summe und von dieser dritten Karte ab.

Die komplette Drittkarten-Tabelle mit Beispielen findest du in Baccarat online spielen: Regeln und Ablauf. Du musst sie nicht beherrschen – Dealer oder Software wenden sie an. Aber wer sie kennt, versteht, warum die Bank leicht im Vorteil ist: Sie entscheidet zuletzt und mit mehr Information.

Die Auszahlungen und was sie dich kosten

WetteAuszahlungWahrscheinlichkeit (8 Decks)Hausvorteil
Bank1:1 minus 5 % Provision45,86 %1,06 %
Spieler1:144,62 %1,24 %
Unentschieden8:19,52 %14,36 %

Bei einem Unentschieden werden Bank- und Spieler-Wetten zurückgegeben (Push). Deshalb addieren sich die Gewinnwahrscheinlichkeiten von Bank und Spieler nicht zu 100 %.

Rechenbeispiel: 10 € auf die Bank

Von 100 Runden gewinnt die Bank im Schnitt 45,86, der Spieler 44,62, und 9,52 enden unentschieden.

  • Bank gewinnt: 45,86 × 9,50 € = 435,67 € Gewinn (nach 5 % Provision)
  • Spieler gewinnt: 44,62 × 10 € = 446,20 € Verlust
  • Unentschieden: Einsatz zurück, 0 €

Unterm Strich: −10,53 € auf 1.000 € Einsatz. Das sind die 1,06 % Hausvorteil (die kleine Abweichung entsteht durch Rundung).

Hausvorteil der Baccarat-Wetten8 Decks, exakt berechnet; Roulette zum Vergleich
Daten als Tabelle
Hausvorteil
Bank (5 % Kommission)1,06
Spieler1,24
Roulette europäisch2,7
Unentschieden 9 : 14,84
Unentschieden 8 : 114,36

Eigene Rechnung, abgeglichen mit Wizard of Odds.

Warum die Bank öfter gewinnt

Die Bank-Hand zieht als zweite und kennt dann die dritte Karte des Spielers. Die Ziehregeln nutzen das aus: Mit einer Summe von 3 bis 6 zieht die Bank genau dann, wenn es ihr statistisch hilft. Dieser Informationsvorsprung bringt der Bank gut einen Prozentpunkt mehr Siege.

Ohne Provision würde die Bank-Wette dir einen Vorteil von rund 1,2 % bringen. Deshalb nimmt das Casino 5 % von jedem Bank-Gewinn. Varianten ohne Provision gleichen das anders aus – zum Beispiel, indem ein Bank-Sieg mit 6 Punkten nur die Hälfte zahlt. Welche Variante wie viel kostet, vergleichen wir in Baccarat-Varianten im Überblick.

An vielen Tischen hängen Anzeigen mit den letzten Ergebnissen: Big Road, Bead Plate, Big Eye Boy. Sie sehen aus wie Analysewerkzeuge. Tatsächlich zeigen sie nur die Vergangenheit.

Die Karten werden aus einem gemischten Schuh mit sechs oder acht Decks gezogen. Ob die Bank die letzten fünf Runden gewonnen hat, verändert die Wahrscheinlichkeit für die nächste Runde praktisch nicht. Die Tafeln existieren, weil viele Menschen in Zufallsfolgen Muster sehen wollen – und weil Muster zum Weiterspielen einladen. Warum unser Gehirn darauf hereinfällt, erklärt der Magazinartikel zu Denkfehlern beim Spielen.

Fünf typische Anfängerfehler

1. Auf das Unentschieden setzen, weil die Quote lockt. 8:1 klingt großzügig, ist es aber nicht. Fair wäre bei 9,52 % Trefferquote etwa 9,5:1. Die Differenz ist der Preis.

2. Nebenwetten „nur mit kleinen Chips". Eine 5-€-Paar-Wette mit gut 10 % Hausvorteil kostet pro Runde mehr als eine 40-€-Bank-Wette. Klein heißt nicht billig.

3. Die Provision falsch einschätzen. Manche meiden die Bank, weil 5 % „abgezogen" werden. Das ist bereits eingepreist; die Bank bleibt die günstigste Wette.

4. Ergebnistafeln als Prognose lesen. Eine Serie von sechs Bank-Siegen ist bei sehr vielen gespielten Runden völlig normal. Sie sagt nichts über Runde sieben.

5. Ohne Zeitlimit spielen. Weil es nichts zu entscheiden gibt, vergeht die Zeit beim Baccarat besonders schnell. Stell dir einen Wecker oder nutze die Zeitlimits, die legale Anbieter anbieten müssen.

Herkunft in drei Sätzen

Baccarat stammt vermutlich aus Italien oder Frankreich des 15. oder 16. Jahrhunderts; die genaue Herkunft ist umstritten. In Frankreich wurde es als Chemin de Fer und Baccarat Banque zum Spiel des Adels. Die heute weltweit gespielte Form Punto Banco, bei der das Casino die Bank hält, gelangte über Südamerika und das Havanna der 1950er-Jahre nach Las Vegas – wer genau sie dorthin brachte, ist bis heute umstritten. Inzwischen dominiert sie vor allem die großen Casinos in Asien.

Wo du Baccarat spielst

In der Spielbank. Klassische Tische mit bis zu 14 Plätzen und hohen Mindesteinsätzen, dazu kleinere Mini-Baccarat-Tische mit niedrigeren Limits. Das Tempo ist gemächlich.

Als Software (RNG). Ein Zufallszahlengenerator mischt und teilt aus. Sehr schnell, oft mit kleinen Mindesteinsätzen.

Live-Studio. Echte Karten, echter Dealer, per Video übertragen. Hier gibt es Spezialformen wie Squeeze (Karten werden langsam aufgebogen) oder Speed-Baccarat mit deutlich kürzeren Runden.

Was das Tempo kostet

FormatRunden pro Stunde (grobe Schätzung)Umsatz bei 10 €Erwarteter Verlust (Bank, 1,06 %)
Spielbank-Tisch40400 €4,24 €
Live-Studio70700 €7,42 €
Speed-Baccarat1201.200 €12,72 €
RNG-Software3003.000 €31,80 €

Die Rundenzahlen sind grobe Schätzungen; das tatsächliche Tempo hängt von Tisch, Mitspielenden und deinem Klicktempo ab.

Gleicher Hausvorteil, rund siebeneinhalbfacher Verlust pro Stunde: Das Spieltempo ist beim Baccarat der größte Kostenfaktor nach der Wettwahl. Rechne deine Sitzung im Verlust-Rechner nach.

Baccarat in Deutschland

In den staatlichen und konzessionierten Spielbanken gehört Baccarat vielerorts zum Angebot. Online ist die Lage komplizierter. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt virtuelle Automatenspiele und Online-Poker bundesweit über die GGL. Online-Casinospiele wie Baccarat, Roulette oder Blackjack (§ 22c GlüStV) fallen dagegen in die Zuständigkeit der Länder, die sie über ein eigenes Angebot oder Landeskonzessionen erlauben können – oder gar nicht. Belegbar gibt es legale Online-Tischspiele bislang nur in Bayern (staatlich, seit April 2024) und Schleswig-Holstein (vier konzessionierte Anbieter, seit September 2024), jeweils nur für Spielende aus dem Land. Ein legales Online-Baccarat-Angebot haben wir dabei nicht gefunden (Stand Oktober 2026). Details erklärt unser Ratgeber zum Glücksspielstaatsvertrag.

Fazit

Baccarat ist ideal, wenn du ein ruhiges Spiel ohne Lernaufwand suchst. Setz auf Bank oder Spieler, lass das Unentschieden liegen, wähle ein gemächliches Tempo und plane vorher, wie viel der Abend kosten darf. Ein Budget legst du am besten vor der ersten Runde fest – etwa mit unserem Budget-Planer. Wenn du merkst, dass aus Unterhaltung Druck wird, findest du im Spielerschutz-Bereich Unterstützung.

Häufige Fragen

Wie funktioniert Baccarat einfach erklärt?

Zwei Hände, Bank und Spieler, bekommen je zwei oder drei Karten. Du setzt vorher darauf, welche näher an 9 Punkte kommt oder ob es unentschieden ausgeht. Gezogen wird nach festen Regeln, du musst nichts entscheiden.

Ist es besser, beim Baccarat auf die Bank oder den Spieler zu setzen?

Die Bank gewinnt etwas häufiger. Selbst nach 5 % Provision ist ihr Hausvorteil mit 1,06 % kleiner als die 1,24 % der Spieler-Wette. Beide sind vernünftige Wetten.

Warum gibt es beim Baccarat 5 % Provision auf die Bank?

Weil die Bank-Hand durch die Ziehregeln etwa 45,9 % der Runden gewinnt, die Spieler-Hand nur 44,6 %. Ohne Provision hätte die Bank-Wette einen Vorteil für dich. Die 5 % gleichen das aus und sichern dem Casino seine Marge.

Lohnt sich die Tie-Wette beim Baccarat?

Nein. Ein Unentschieden kommt in rund 9,5 % der Runden vor, gezahlt wird meist 8:1. Das ergibt einen Hausvorteil von 14,36 % – mehr als zehnmal so viel wie bei Bank oder Spieler.

Kann man Baccarat in Deutschland online spielen?

Kaum. Online-Baccarat zählt zu den Online-Casinospielen nach § 22c GlüStV, die die Bundesländer selbst regeln; die GGL-Erlaubnisse decken es nicht ab. Legale Online-Tischspiele gibt es belegbar nur in Bayern und Schleswig-Holstein, ein legales Online-Baccarat-Angebot haben wir bislang nicht gefunden (Stand Oktober 2026).

Spielerschutz · gleichrangig, nicht im Kleingedruckten

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