Online-Slots: selten gespielt, oft problematisch
Kaum eine Spielform ist so wenig verbreitet – und keine hat unter ihren Spielenden einen so hohen Anteil an Menschen mit Glücksspielproblemen. Was die amtlichen Zahlen zeigen, und was sie nicht zeigen.
- Nur 0,7 % der 16- bis 70-Jährigen haben im letzten Jahr Online-Slots gespielt. Unter ihnen erfüllen aber 32,5 % die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung – der höchste Wert aller Spielformen.
- Beim Lotto ist es umgekehrt: 18,3 % spielen, 5,3 % der Spielenden haben eine Störung.
- Der legale Markt wächst: Der Bruttospielertrag stieg 2025 um 11 %, die Einsätze im ersten Halbjahr 2026 um weitere 9 %. Der hohe Anteil zeigt einen Zusammenhang – dass Slots allein die Ursache sind, belegt er nicht.
Wenn über Online-Casinos gestritten wird, geht es meist um Marktanteile, Steuern und den Schwarzmarkt. Eine Zahl spielt dabei erstaunlich selten eine Rolle, obwohl sie die wichtigste für Spielende ist: Wie viele Menschen, die eine bestimmte Spielform nutzen, geraten dabei in Probleme? Der Glücksspiel-Survey 2025 liefert diese Zahl – und das Ergebnis für Online-Slots ist deutlich.1
Zwei Zahlen, die zusammengehören
Die erste Zahl: 0,7 %. So viele der befragten 16- bis 70-Jährigen haben in den zwölf Monaten vor der Befragung virtuelle Automatenspiele gespielt – etwa jede 140. Person. Lotto 6aus49 spielten 18,3 %.1
Die zweite Zahl: 32,5 %. So hoch ist unter diesen Spielenden der Anteil mit einer glücksspielbezogenen Störung nach den neun Kriterien des DSM-5. Bei Lotto 6aus49 sind es 5,3 %, beim Eurojackpot 6,0 %.1
Daten als Tabelle
| Spielform | Teilnahme | Anteil mit Störung |
|---|---|---|
| LOTTO 6aus49 | 18,3 % | 5,3 % |
| Eurojackpot | 13,8 % | 6,0 % |
| Rubbellose | 8,4 % | 6,6 % |
| Sportwetten, feste Quoten | 2,6 % | 18,4 % |
| Geldspielautomaten | 2,0 % | 23,4 % |
| Poker | 1,5 % | 22,6 % |
| Roulette | 1,2 % | 13,1 % |
| Sportwetten live | 1,2 % | 27,0 % |
| Online-Automatenspiele | 0,7 % | 32,5 % |
Die Grafik zeigt ein klares Muster: Die verbreiteten Spielformen haben eine geringe Problemdichte, die seltenen und schnellen eine hohe. Online-Automatenspiele, Live-Sportwetten (27,0 %) und Glücksspielautomaten in Spielbanken (28,1 %) liegen vorn.1
Kein Ausreißer, sondern ein stabiler Befund
Der Survey wird seit 2021 alle zwei Jahre mit vergleichbarer Methodik erhoben. Der Anteil mit Störung unter Spielenden von Online-Automatenspielen lag 2021 bei 39,2 %, 2023 bei 32,8 % und 2025 bei 32,5 %. Die Studie selbst betont: Bedeutsame Veränderungen gab es im Zeitvergleich bei keiner Spielform.1
Daten als Tabelle
| Jahr | Online-Automatenspiele | LOTTO 6aus49 |
|---|---|---|
| 2021 | 39,2 % | 6,3 % |
| 2023 | 32,8 % | 5,9 % |
| 2025 | 32,5 % | 5,3 % |
Warum gerade diese Spielform?
Der Survey nennt als vorrangige Merkmale riskanter Spielformen eine hohe Ereignisfrequenz, also eine rasche Spielfolge, und eine kurze Zeit zwischen Einsatz und Ergebnis.1 Bei Online-Slots trifft beides zu: Selbst mit der gesetzlichen Mindestdauer von fünf Sekunden sind bis zu 720 Spiele pro Stunde möglich – rund um die Uhr, vom Sofa aus.
Wichtig ist aber auch, was die Zahlen nicht sagen. Der Survey ist eine Querschnittsbefragung. Er zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Es ist gut möglich, dass Menschen mit bestehenden Problemen gezielt zu schnellen Spielen wechseln – oder dass beides zusammenwirkt. Viele Betroffene spielen außerdem mehrere Spielformen gleichzeitig; der Survey zeigt, dass Denkfehler beim Spielen mit der Zahl der genutzten Spielformen deutlich zunehmen.1
Der Markt wächst
Legale Anbieter virtueller Automatenspiele erzielten 2025 einen Bruttospielertrag von 543 Mio. € (+11 %) bei rund 4,6 Mrd. € Einsatz. Im Durchschnitt zahlten sie 88,1 % der Einsätze wieder aus.2 Die Quartalszahlen der Aufsicht zeigen, dass die Einsätze 2026 weiter gestiegen sind: Im ersten Halbjahr um 9,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.3
Daten als Tabelle
| Quartal | Spieleinsätze |
|---|---|
| Q1/25 | 1.099 Mio. € |
| Q2/25 | 1.115 Mio. € |
| Q3/25 | 1.121 Mio. € |
| Q4/25 | 1.231 Mio. € |
| Q1/26 | 1.201 Mio. € |
| Q2/26 | 1.214 Mio. € |
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Anbieter unter Bedingungen Einsätze bis 3 € bzw. 5 € pro Spiel zulassen. Die Daten oben stammen alle aus der Zeit davor. Ob die neue Regel die Einsätze treibt, zeigen erst die Quartalszahlen ab Herbst 2026. Was die Stufen in Euro bedeuten, rechnet unser Einsatzlimit-Vergleich vor.
Was in der Suchthilfe ankommt
In der ambulanten Suchthilfe sind Online-Automatenspiele inzwischen die zweithäufigste Hauptspielform: 22,6 % der Fälle mit der Hauptdiagnose „Pathologisches Spielen“ nannten sie 2024 – nach den Geldspielautomaten in Spielhallen (33,8 %).4 Die Zahl der Betreuungen insgesamt ist mit 4.844 dokumentierten Fällen aber klein im Vergleich zu den geschätzt über einer Million Menschen mit Störung. Mehr dazu: Spielersperren und Suchthilfe in Zahlen.
Was das für dich heißt
Häufige Fragen
Wie viele Spielende von Online-Slots haben ein Glücksspielproblem?
Laut Glücksspiel-Survey 2025 erfüllen 32,5 % der Spielenden virtueller Automatenspiele die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung nach DSM-5 (95-%-Konfidenzintervall 22,3–44,6 %).
Machen Online-Slots süchtig?
Die Daten zeigen einen starken Zusammenhang, aber keinen Ursachenbeweis. Die Forschung nennt die schnelle Spielfolge und die kurze Zeit zwischen Einsatz und Ergebnis als zentrale Risikomerkmale.
Wie viele Menschen spielen Online-Slots?
0,7 % der 16- bis 70-Jährigen haben laut Survey 2025 in den letzten zwölf Monaten virtuelle Automatenspiele gespielt.
Quellen & weiterführend
- Buth, Meyer, Rosenkranz, Kalke (ISD Hamburg/Universität Bremen): Glücksspielverhalten und Glücksspielprobleme in Deutschland – Survey 2025 (PDF, März 2026)
- GGL: Tätigkeitsbericht 2025 (PDF, veröffentlicht 03.07.2026)
- GGL: Marktmonitor Glücksspiel (Quartalszahlen)
- Meyer, Hayer: Glücksspiel – Zahlen und Fakten. DHS Jahrbuch Sucht 2026, Kap. 2.5 (PDF)